Auch im Jahre 2014 ist nicht einmal in der Hauptstadt Kabul die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung gesichert. Diese Feststellung machte der ausgebildete Arzt Dr. Yahya Wardak in den letzten Jahren im Rahmen seiner verschiedenen Reisen in sein Heimatland sowie seiner Tätigkeit als Experte beim Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM). Dabei fehlt es nach seiner Einschätzung nicht vorrangig an großen medizinischen Einrichtungen wie Spezialkliniken und Krankenhäusern, sondern eher an einem Netz funktionierender ärztlicher Grundversorgung in Wohnortnähe. Für weiteTeile seien die einfache medizinische Untersuchung durch kompetente Ärzte, die Basisbehandlung chronischer Erkrankungen, vor allem auch die frühzeitige Erkennung von Krankheiten bei Kindern nicht gesichert. Zwar gibt es einige kostenfreie staatliche Kliniken, diese sind jedoch nicht flächendeckend und von sehr schlechter Qualität. 

Ein Ärztehaus für die Bevölkerung

Dr. Wardak, der in Deutschland gearbeitet hat, begann deshalb vor ein paar Jahren mit dem Aufbau eines ärztlichen Projekts in einem unterversorgten Stadtteil von Kabul. Dort ist inzwischen ein Ärztehaus mit vielen Räumen entstanden mit Platz für einen Hausarzt, einen Kinderarzt, einen Gynäkologen und einen Zahnarzt. Die Tagesklinik soll sich langfristig selber tragen und mit afghanischen Kollegen besetzt werden. Der Deutsche Hausärzteverband unterstützt dieses Projekt. Um die einheimischen Kollegen anzuleiten und weiterzubilden sollen deutsche Hausärzte nach Kabul kommen. Sie sollen vermitteln, wie eine kontinuierliche Versorgung und längerfristige Praxisorganisation aussieht. Nach Ansicht von Dr. Wardak besitzen gerade die deutschen Hausärzte dieses Know-how.  Dr. Ingolf Dürr

Erschienen in: Der Allgemeinarzt, 2014; 36 (11) Seite 94-95: http://www.allgemeinarzt-online.de/a/1649306#

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